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Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit

25.05.2018 - Artikel

Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Bei der Konferenz "Supporting the Future of Syria and the Region" am 24. April 2018 in Brüssel („Brüssel II“) hat Deutschland angekündigt, seine umfangreiche Unterstützung für Aufnahmeländer der Region, darunter Libanon, fortzusetzen. Inhaltliche Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen auf Entwicklungszusammenarbeit in den Sektoren Bildung, Wasser/Abwasser sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Zudem leistet die Bundesregierung umfassende humanitäre Hilfe im Libanon. Die Unterstützung zielt darauf ab, die Ärmsten der Armen zu erreichen – sowohl Flüchtlinge als auch bedürftige Libanesen. Zudem legt die Bundesregierung besonderen Wert auf die Stärkung von Kommunen, die viele Flüchtlinge aufgenommen haben und deswegen von zusätzlichem Druck auf die Wasserversorgung, die Schulen und die Krankenhäuser betroffen sind. Die Unterstützung von Gastgemeinden hat deswegen einen hohen Stellenwert in der deutsch-libanesischen Zusammenarbeit. In vielen Projekten finden sich zudem Komponenten zu den Querschnittsthemen Frauenförderung und friedensbildende Maßnahmen.

Humanitäre Hilfe

Derzeit sind im Libanon 991.000 syrische Flüchtlinge beim UNHCR registriert. Hinzu kommen unregistrierte syrische Flüchtlinge sowie palästinensische Flüchtlinge. 91% der syrischen Flüchtlinge haben keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln, und 76% leben unterhalb der Armutsgrenze von 3,49 USD/Tag/Person).

Deutschland unterstützt die Versorgung von Flüchtlingen durch UN- und andere im Libanon tätige Organisationen. Dabei werden schwerpunktmäßig das Welternährungsprogramm (WFP) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) unterstützt. Darüber hinaus runden die Förderung des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) sowie von Nichtregierungsorganisationen, vor allem im Gesundheitsbereich, das deutsche humanitäre Engagement ab.

Im Jahr 2017 leistete die Bundesregierung humanitäre Unterstützung im Libanon in Höhe von 165 Mio. EUR.

Entwicklungszusammenarbeit

Nach der 2015 erfolgten Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Libanon fanden 2017 erstmals wieder bilaterale entwicklungspolitische Regierungskonsultationen in Berlin statt. Die deutsche Unterstützung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit belief sich 2017 auf ca. 215 Mio. EUR. Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit sind die Sektoren Bildung, Wasser/Abwasser und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Deutschlands trägt als größter bilateraler Geber des Programm „Reaching all Children with Education“ (RACE) dazu bei, mehr Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Im Schuljahr 2017/2018 belief sich der deutsche Beitrag für RACE auf 55 Mio. EUR; damit konnte 100.000 syrischen Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden. Ihrem bei den Flüchtlingskonferenzen in London und Brüssel gegebenen Versprechen, mehr Jobs zu schaffen, kommt die Bundesregierung über die Beschäftigungsoffensive Nahost nach. So konnten seit Beginn des Programms knapp 10.000 kurzfristige Beschäftigungen geschaffen werden – für syrische Flüchtlinge und für bedürftige Libanesen.

Zur Erlangung dieser Ziele arbeitet die Bundesregierung mit internationalen Organisationen wie dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem Welternährungsprogramm (WFP), den staatlichen deutschen Durchführungsorganisationen KfW, GIZ und BGR sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen.

Als einer der wenigen Geber unterstützt Deutschland auch das nationale Armutsbekämpfungsprogramm Libanons. Dies ist notwendig, da auch ärmere libanesische Haushalte unter den Auswirkungen der Flüchtlingskrise leiden, z.B. durch eine stärkere Konkurrenz im Niedriglohnsektor.

Deutschland ist zudem traditionell ein starker Geber zur Unterstützung von Belangen palästinensischer Flüchtlinge. Hier arbeitet die Bundesregierung vornehmlich mit dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) zusammen. Deutschland unterstützt den Wiederaufbau des Flüchtlingslagers Nahr el Bared und trägt dazu bei, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für palästinensische Flüchtlinge zu schaffen.