Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Hilfe EU

Im Wind wehende Europaflagge
Europaflagge© picture alliance / dpa

Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die an Orten, an denen ihr Heimatstaat nicht über eine Botschaft oder ein Konsulat verfügt, konsularischen Schutz benötigen, können sich mit der Bitte um Hilfe an die Vertretungen anderer Mitgliedstaaten vor Ort wenden. Diese Art von Hilfestellung ist jedoch auf akute Notlagen begrenzt.

Sollten Sie also zum Beispiel in einem Staat, in dem Sie keine deutsche Botschaft und kein deutsches Konsulat finden, konsularische Betreuung suchen, weil Sie etwa mit einem Todesfall, einem Unfall, einer schweren Erkrankung, einem Überfall oder einer Inhaftierung konfrontiert sind, können Sie sich an Botschaften oder Konsulate anderer Staaten der Europäischen Union wenden, die vor Ort vertreten sind. Es kann sein, dass man Sie dann von der Botschaft oder dem Konsulat eines EU-Staates an diejenige eines anderen weiter verweist, die aufgrund von Absprachen für die konsularische Betreuung Deutscher zuständig ist.

Weitere Einzelheiten können den nachfolgenden Informationen der Europäischen Kommission entnommen werden.

Merkblatt über den konsularischen Schutz für Bürger der Europäischen Union

Nach Artikel 20 und 23 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) genießt jeder Unionsbürger im Hoheitsgebiet eines dritten Landes, in dem der Mitgliedsstaat, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, nicht vertreten ist, den Schutz und die Unterstützung eines jeden Mitgliedsstaats unter denselben Bedingungen wie Staatsangehörige dieses Staates.

Gemäß Artikel 35 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) tragen die diplomatischen und konsularischen Vertretungen der Mitgliedstaaten und die Delegationen der Union in dritten Ländern zur Verwirklichung des in Artikels 20 AEUV genannten Rechts der Unionsbürgerinnen und Unionsbürger und zur Durchführung der nach Artikel 23 AEUV erlassenen Maßnahmen bei.

Am 20. April 2015 hat der Rat der Europäischen Union die Richtlinie (EU) 2015/637 erlassen, deren Ziel es ist, die konsularische Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zu fördern und insbesondere im Drittland nicht vertretene Unionsbürgerinnen und Unionsbürger den Staatsangehörigen des Hilfe leistenden Mitgliedstaates in Bezug auf die Gewährung von Nothilfe gleichzustellen.

Deutschland hat die Richtlinie (EU) 2015/637 im April 2018 durch die Einfügung des § 9a in das Konsulargesetz umgesetzt, der den persönlichen Anwendungsbereich für die Gewährung einzelner Nothilfemaßnahmen auf nicht vertretene Unionsbürgerinnen und Unionsbürger ausweitet, deren Heimatstaat im Drittland konsularisch nicht vertreten ist.

„Konsularischer Schutz für EU-Bürger“ der Europäischen Kommission


nach oben